Don´t panic! – Das ZAROF. Fachforum Fachkräfte am 26. März zeigt, wie sich Krisen bewältigen lassen.

Haben Sie auch das Gefühl, wir taumeln von einer Krise in die nächste? Kaum ist eine Katastrophe überwunden, droht auch schon das nächste Unheil. „Polykrise“ ist der Fachbegriff, und davon haben wir derzeit wahrlich mehr als genug. Doch wie können Unternehmen damit umgehen? Wie schafft man es, nicht in blanken Aktionismus zu verfallen; wie kann man aus dem panischen Reagieren ins strukturierte Agieren kommen? Was können wir tun, um Krisen zu bewältigen?

Diese und mehr Fragen will das ZAROF. Fachforum Fachkräfte am 26. März 2026 in Leipzig beantworten, diesmal unter der Überschrift: „Die fetten Jahre sind vorbei – wie Menschen und Organisationen sich in Krisen neu erfinden“.

Warum das Thema „Krise“?

„Krise“ ist derzeit überall: Krisenherde weltweit, Wirtschaftskrise, Absatzrückgang, Fachkräftemangel… Wir müssen damit umgehen lernen und den sprichwörtlichen Krisenmodus überwinden. Das ZAROF. Fachforum Fachkräfte setzt dafür auf ein bewährtes und nachhaltiges Konzept: Unternehmensvertreter und Experten und Expertinnen aus Industrie und Handwerk berichten auf dem Fachforum aus ihren Unternehmen und persönlichen Erfahrungen, zeigen auf, was sie in den Krisen gelernt haben und welche Handlungsempfehlungen sie geben.

In den Vorträgen und Diskussionsrunden richten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen den Blick gemeinsam auf die Krise UND nach vorn und fragen: „Wie finden Menschen und Organisationen neue Wege, wenn nichts mehr ist wie vorher?„.

Welche spannenden Gesprächspartner erwarten uns?

  • Justine Walter (Zukunftsforscherin) und Dietrich Enk (Gastronom) im Theorie-Praxis-Gespräch
  • Steffen Kache // Betreiber der Distillery
  • Dr. Roland Bantle // Geschäftsführer Sana Kliniken Landkreis Leipzig
  • Benedict Rehbein // Geschäftsführer PIO – Agentur für Kommunikation
  • Gerd Rieger & Christine Claus // Personal & Verbandsarbeit DRK Kreisverband Leipzig-Stadt e.V.
  • Ute Steglich // ehem. Geschäftsführerin ASL – Alles Saubere Leistung GmbH
  • Franziska Schreiber // Leiterin Personal EDL Anlagenbau Gesellschaft mbH

ZAROF. Fachforum Fachkräfte 2025:

Vom Umgang mit Krisen. – 3 Experten-Interviews.

Das Team von ZAROF. hat im Vorfeld der Veranstaltung 3 Krisen-Experten interviewt und zu ihrer Einstellung, Herangehensweise und Erfahrung mit Krisen befragt:


Dr. Roland Bantle, Geschäftsführer der Sana Kliniken Leipziger Land und des Cluster Sachsen der Sana Kliniken gibt im Interview ehrliche Einblicke: Krise ist für ihn keine Bedrohung, sondern notwendige Veränderung und Arbeitsrealität. Und genau deshalb braucht es klare Haltung statt Lähmung. Seine Überzeugung: Veränderung wird zur Chance, wenn drei Dinge stimmen: Ein klares Narrativ (warum ist Veränderung nötig?), ein überzeugendes Zielbild (wohin wollen wir?) und die persönliche Ebene (was bedeutet das für die Menschen?).

Dr. Bantle: „Wenn ich „Krise“ lese, denke ich zunächst an Verantwortung, Möglichkeiten und Handeln. Entscheidend ist, welches Narrativ wir der Veränderung geben. Eine Krise wird dann zur Chance, wenn klar ist, warum Veränderung notwendig ist, wo wir stehen, und was passiert, wenn wir nicht handeln. Ebenso wichtig ist ein überzeugendes Zielbild: Wohin wollen wir, und wie trägt die Veränderung konkret zur Lösung unserer Herausforderungen bei? Und schließlich die persönliche Ebene: Was bedeutet das alles für die Menschen im Unternehmen? Wenn Mitarbeitende verstehen, dass sie durch Veränderung aktiv Zukunft gestalten können, verschiebt sich der Blick – weg von der Bedrohung, hin zur Gestaltbarkeit.“


Krisen gehören für die vielen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Deutschen Roten Kreuzes zum Alltag. Doch Gerd Rieger, Leitung Personal beim DRK Kreisverband Leipzig-Stadt e.V., mahnt auch zur Vorsicht: Das Wort Krise wird heute oft inflationär verwendet. Die Gefahr? Wir stumpfen ab oder fühlen uns permanent im Krisenmodus gefangen.

Gerd Rieger und Christine Claus, Leitung Verbandsarbeit, sprechen im Interview darüber, was Organisationen in echten Ausnahmesituationen handlungsfähig hält. Ein Gespräch über Vertrauen, starken Zusammenhalt und darüber, warum trotz starken Strukturen oder Prozessen der Mensch oder die Menschlichkeit darüber entscheidet, ob Krisen zur Gefahr oder Chance werden.

Gerd Rieger: „Wir lernen aus jeder Krise und viele Krisen folgen ähnlichen Mustern. Schwieriger wird es, weil sich Krisen zunehmend überlagern: Klimawandel, Kriege, Engpässe bei der Energieversorgung, Fachkräftemangel – all das passiert gleichzeitig. Das erschwert die Einordnung und Gewichtung von Risiken. Dieser Überlagerung und dem subjektiven Erleben, den Ängsten und Sorgen der Menschen begegnen wir als Arbeitgeber auch im betrieblichen Alltag in unseren Einrichtungen. Umso wichtiger sind ein starker Zusammenhalt, gegenseitiges Vertrauen und die Fähigkeit, trotz Unsicherheit handlungsfähig zu bleiben.“


Robert Hentschel, Abteilungsleiter Mitgliederbetreuung der IHK zu Leipzig, hat im interview einen kurzen Blick in die gegenwärtige Krisendynamik geworfen und die Frage beantwortet, was die aktuelle Situation von früheren Krisenzeiten unterscheidet.

Robert Hentschel: „Sowohl in der Ausdehnung als auch in der Art der Probleme zeigt sich eine neue Ausprägung. Unternehmenskrisen treten aktuell deutlich komplexer, dynamischer und häufiger überschneidend auf als in früheren Konjunkturphasen. Oft befinden sich Unternehmen nicht mehr in einer klar abgrenzbaren Einzelkrise, sondern zunehmend in mehrfachen Krisen oder mehreren herausfordernden Situationen gleichzeitig. Kennzeichnend für die gegenwärtige Dynamik ist, dass sich Krisen nicht mehr linear entwickeln, sondern sich in kurzen Zeiträumen zuspitzen, abschwächen und erneut verschärfen können. Für viele KMU verschwimmen dadurch die Grenzen zwischen akuter Krise und dauerhaftem Anpassungsdruck. Krisen sind nicht länger Ausnahmezustand, sondern Teil eines kontinuierlichen Transformationsprozesses, der Frühwarnung, Flexibilität und strategisches Handeln erfordert.“


Das ZAROF. Fachforum Fachkräfte findet am 26. März 2026 im Enk 6 auf dem Gelände der Leipziger Baumwollspinnerei statt. Von 9 bis 14 Uhr gibt es praxisnahe Einblicke in die Mechanismen und Bewältigungsprozesse in Krisen – und ich freue mich schon sehr auf den Austausch. Wer noch dabei sein will, sollte sich beeilen: Es gibt nur noch wenige Restkarten.

Autorin: Maria Sharichin